Sonntag, 30. September 2007
Seit fast dreizig Jahren lebe ich in Berlin und seit ungefähr zwanzig Jahren stört mich irgendwas an dieser Stadt, was ich nie genau benennen konnte. Ich war schon öfter mal aus Berlin weg, selten länger als für drei Wochen und dann auch nur im Urlaub. Während dieser Abwesenheiten habe ich mich auf die Rückkehr gefreut. Wenn ich diesen Urlaub allerdings irgendwo verbracht habe, wo ich das Gefühl eines ernstzunehmenden Lebens verspürt habe, weil ich nicht in einem Hotel gewohnt habe, sondern beispielsweise in einem gemieteten Haus oder in einer Gästewohnung von Freunden, konnte ich mir nach spätestens 48 Stunden kaum einen Grund mehr vorstellen, nach Berlin zurückzufahren, ausser meinen Freunden und meiner Arbeit dort.

Seit einem halben Jahr spüre ich zwar wesentlich konkreter, scheitere aber dennoch weitgehend daran, zu formulieren, was das Problem mit Berlin ist. Mir fallen zwar einzelne Phrasen ein, die hauptsächlich von einer Art soziokulturellem Autismus des Stadtbewohners zu handeln scheinen, aber einen treffenden Text aus dem Hirn zu wringen, war mir bislang unmöglich.

(Holgi du sprichst mir aus der Seele und so habe ich deinen Text mal für mich angepasst. Ich hoffe du verzeihst mir.)

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